Anleitung
KI-Sichtbarkeit selbst prüfen: 5 Tests, die Sie heute machen können
Ob KI-Systeme Ihr Unternehmen empfehlen, können Sie in einer halben Stunde selbst grob prüfen: Stellen Sie den KIs echte Kundenfragen, und zwar mehrfach. Prüfen Sie, ob Ihre robots.txt die KI-Crawler aussperrt. Testen Sie, ob Ihre Inhalte ohne JavaScript lesbar sind. Schauen Sie in die Webmaster-Tools. Und suchen Sie nach Erwähnungen Ihrer Marke außerhalb der eigenen Website.
Test 1: Fragen Sie die KI, wie Ihre Kunden fragen würden
Öffnen Sie ChatGPT, Perplexity oder Gemini und stellen Sie die Frage, die ein Kunde stellen würde, der Sie noch nicht kennt. Nicht „Kennst du die Firma Müller GmbH?“, sondern:
- „Welcher Anbieter für [Ihre Leistung] in [Ihre Region] ist empfehlenswert?“
- „Ich suche [Ihr Produkt] für [typischer Anwendungsfall]. Was empfiehlst du?“
- „Vergleiche die besten Anbieter für [Ihre Leistung].“
Drei Dinge dabei beachten, sonst täuscht das Ergebnis:
- Mehrfach fragen. KI-Antworten schwanken von Lauf zu Lauf erheblich. Eine einzelne Antwort ist ein Münzwurf, erst mehrere Durchläufe zeigen ein Muster.
- Ausgeloggt oder im privaten Fenster fragen. Eingeloggt fließt Ihr Verlauf ein, und die KI kennt Sie womöglich nur, weil Sie selbst dauernd nach sich suchen.
- Nennung und Zitat unterscheiden. Nennt die KI Ihre Marke im Text? Verlinkt sie Ihre Website als Quelle? Beides notieren. Und vor allem notieren: Wer wird stattdessen empfohlen?
Test 2: Sperrt Ihre robots.txt die KI-Crawler aus?
Rufen Sie ihre-domain.de/robots.txt im Browser auf und suchen Sie nach
diesen Namen: GPTBot, OAI-SearchBot, ChatGPT-User (OpenAI), ClaudeBot, Claude-SearchBot
(Anthropic), PerplexityBot, Google-Extended.
Steht dort User-agent: GPTBot gefolgt von Disallow: /, haben
Sie diesem System den Zugriff verboten. Das kann eine bewusste Entscheidung sein, häufig
ist es aber ein Nebeneffekt: Manche Firewalls, Hosting-Pakete und Plugins blockieren
KI-Bots pauschal, ohne dass es je jemand entschieden hat. Wichtig zu wissen: Die Anbieter
nutzen verschiedene Bots für Training, Suche und Nutzer-Abrufe. Wer pauschal alles sperrt,
ist auch für die KI-Suche unsichtbar, nicht nur fürs Training.
Test 3: Ist Ihr Inhalt ohne JavaScript lesbar?
Die Crawler von OpenAI, Anthropic und Perplexity führen kein JavaScript aus, belegt durch Messungen über Milliarden Abrufe (Vercel/MERJ, 2024). Was Ihre Website erst per Skript nachlädt, existiert für diese Systeme nicht.
So testen Sie es ohne Werkzeug: Öffnen Sie Ihre wichtigste Leistungsseite, drücken Sie Strg+U für den Quelltext und suchen Sie mit Strg+F nach einem Satz, der auf der Seite sichtbar ist. Finden Sie ihn im Quelltext nicht, sehen die KI-Crawler ihn auch nicht. Typische Kandidaten: Produktdaten in Konfiguratoren, Preislisten als eingebettete Apps, technische Daten nur als PDF-Download.
Test 4: Schauen Sie in die Webmaster-Tools
Zwei kostenlose Datenquellen, die viele nie öffnen:
- Bing Webmaster Tools zeigen unter „KI-Leistung“, ob Ihre Inhalte in den KI-Antworten von Microsoft auftauchen. Bing ist außerdem einer der Suchwege hinter ChatGPT, Ihre Bing-Indexierung ist also relevanter, als ihr Ruf vermuten lässt.
- Google Search Console zeigt, ob Ihre Seiten überhaupt indexiert sind. Ohne Google-Index keine Chance auf die KI-Übersicht, die ihre Quellen überwiegend aus den vorderen Ergebnissen zieht.
Test 5: Suchen Sie nach Ihrer Marke außerhalb Ihrer Website
KI-Systeme empfehlen bevorzugt, was im Netz mehrfach und konsistent vorkommt. Die
stärkste gemessene Korrelation mit KI-Sichtbarkeit sind Marken-Erwähnungen auf fremden
Websites, deutlich vor klassischen Backlink-Kennzahlen
(Ahrefs,
75.000 Marken, 2025). Googeln Sie "Ihre Marke" -site:ihre-domain.de und
schauen Sie, was kommt: Branchenverzeichnisse, Fachartikel, Bewertungsportale, Foren.
Wenig bis nichts? Dann fehlt der KI das Material, aus dem Empfehlungen entstehen.
Was die Selbstprüfung nicht kann
Ehrlichkeit gehört dazu: Mit den fünf Tests finden Sie grobe Blocker und bekommen ein Gefühl für Ihre Lage. Was Sie so nicht bekommen, ist eine wiederholbare Messung mit eingefrorenen Fragen, gemittelten Läufen und ausgewiesener Schwankung, das systematische Wettbewerbsfeld über viele Anfragen und eine Priorisierung der Maßnahmen nach Aufwand und Wirkung. Genau dafür gibt es unseren kostenlosen Check mit Beleg zu jedem Befund.