wirdgefunden

Anleitung

KI-Sichtbarkeit selbst prüfen: 5 Tests, die Du heute machen kannst

Zuletzt aktualisiert: 29. August 2026 · Lesezeit rund 6 Minuten

Auf einen Blick

Ob KI-Systeme Dein Unternehmen empfehlen, kannst Du in gerade einmal 30 Minuten selbst grob prüfen: Stelle den KIs echte Kundenfragen, und zwar mehrfach. Prüfe, ob Deine robots.txt die KI-Crawler aussperrt. Teste, ob Deine Inhalte ohne JavaScript lesbar sind. Schaue in die Webmaster-Tools. Und suche nach Erwähnungen Deiner Marke außerhalb der eigenen Website.

Test 1: Frage die KI, wie Deine Kunden fragen würden

Öffne ChatGPT, Perplexity oder Gemini und stelle die Frage, die ein Kunde stellen würde, der Dich noch nicht kennt. Nicht „Kennst du die Firma Müller GmbH?“, sondern:

  • „Welcher Anbieter für [Deine Leistung] in [Deine Region] ist empfehlenswert?“
  • „Ich suche [Dein Produkt] für [typischer Anwendungsfall]. Was empfiehlst du?“
  • „Vergleiche die besten Anbieter für [Deine Leistung].“

Beachte 3 Dinge dabei, sonst täuscht das Ergebnis:

  1. Mehrfach fragen. KI-Antworten schwanken von Lauf zu Lauf erheblich. Eine einzelne Antwort ist ein Münzwurf, erst mehrere Durchläufe zeigen ein Muster.
  2. Ausgeloggt oder im privaten Fenster fragen. Eingeloggt fließt Dein Verlauf ein, und die KI kennt Dich womöglich nur, weil Du selbst dauernd nach Dir suchen.
  3. Nennung und Zitat unterscheiden. Nennt die KI Deine Marke im Text? Verlinkt sie Deine Website als Quelle? Beides notieren. Und vor allem notieren: Wer wird stattdessen empfohlen?

Test 2: Sperrt Deine robots.txt die KI-Crawler aus?

Rufe ihre-domain.de/robots.txt im Browser auf und suche nach diesen Namen: GPTBot, OAI-SearchBot, ChatGPT-User (OpenAI), ClaudeBot, Claude-SearchBot (Anthropic), PerplexityBot, Google-Extended.

Steht dort User-agent: GPTBot gefolgt von Disallow: /, hast Du diesem System den Zugriff verboten. Das kann eine bewusste Entscheidung sein, häufig ist es aber ein Nebeneffekt: Manche Firewalls, Hosting-Pakete und Plugins blockieren KI-Bots pauschal, ohne dass es je jemand entschieden hat. Wichtig zu wissen: Die Anbieter nutzen verschiedene Bots für Training, Suche und Nutzer-Abrufe. Wer pauschal alles sperrt, ist auch für die KI-Suche unsichtbar, nicht nur fürs Training.

Test 3: Ist Dein Inhalt ohne JavaScript lesbar?

Die Crawler von OpenAI, Anthropic und Perplexity führen kein JavaScript aus, belegt durch Messungen über Milliarden Abrufe (Vercel/MERJ, 2024). Was Deine Website erst per Skript nachlädt, existiert für diese Systeme nicht.

So testest Du es ohne Werkzeug: Öffne Deine wichtigste Leistungsseite, drücke Strg+U für den Quelltext und suche mit Strg+F nach einem Satz, der auf der Seite sichtbar ist. Findest Du ihn im Quelltext nicht, sehen die KI-Crawler ihn auch nicht. Typische Kandidaten: Produktdaten in Konfiguratoren, Preislisten als eingebettete Apps, technische Daten nur als PDF-Download.

Test 4: Schaue in die Webmaster-Tools

Zwei kostenlose Datenquellen, die viele nie öffnen:

  • Bing Webmaster Tools zeigen unter „KI-Leistung“, ob Ihre Inhalte in den KI-Antworten von Microsoft auftauchen. Bing ist außerdem einer der Suchwege hinter ChatGPT, Ihre Bing-Indexierung ist also relevanter, als ihr Ruf vermuten lässt.
  • Google Search Console zeigt, ob Ihre Seiten überhaupt indexiert sind. Ohne Google-Index keine Chance auf die KI-Übersicht, die ihre Quellen überwiegend aus den vorderen Ergebnissen zieht.

Test 5: Suchen Sie nach Ihrer Marke außerhalb Ihrer Website

KI-Systeme empfehlen bevorzugt, was im Netz mehrfach und konsistent vorkommt. Die stärkste gemessene Korrelation mit KI-Sichtbarkeit sind Marken-Erwähnungen auf fremden Websites, deutlich vor klassischen Backlink-Kennzahlen (Ahrefs, 75.000 Marken, 2025). Googeln Sie "Ihre Marke" -site:ihre-domain.de und schauen Sie, was kommt: Branchenverzeichnisse, Fachartikel, Bewertungsportale, Foren. Wenig bis nichts? Dann fehlt der KI das Material, aus dem Empfehlungen entstehen.

Was die Selbstprüfung nicht kann

Ehrlichkeit gehört dazu: Mit den fünf Tests finden Sie grobe Blocker und bekommen ein Gefühl für Ihre Lage. Was Sie so nicht bekommen, ist eine wiederholbare Messung mit eingefrorenen Fragen, gemittelten Läufen und ausgewiesener Schwankung, das systematische Wettbewerbsfeld über viele Anfragen und eine Priorisierung der Maßnahmen nach Aufwand und Wirkung. Genau dafür gibt es unseren kostenlosen Check mit Beleg zu jedem Befund.